„Studis vertreten – Kann das emanzipatorisch sein?“

Konferenz vom 18. bis 20. September 2015
in Frankfurt am Main

Worum geht’s?

Die Konferenz „Studis vertreten“ soll ein Ort werden, an dem sich Menschen und Zusammenhänge begegnen, die sich mit ihrer politischen Praxis sowohl innerhalb als auch außerhalb von Hochschulen verorten. Wir wollen debattieren, ob und wie die Strukturen linker Studierendenvertretungen in den Dienst eines emanzipatorischen Wandels gestellt werden können und wie wir uns dabei – lokal sowie überregional – besser vernetzen und organisieren.

Linke Politik an Hochschulen ist innerhalb der radikalen Linken ein umstrittenes Feld: Einerseits spiegeln sich gesellschaftspolitische Verhältnisse an Uni und Co wider. Leistungsdruck und Konkurrenzkämpfe, Rassismen, Sexismen etc. stehen auf der Tagesordnung. Andererseits gehören die meisten Student*innen einer privilegierten Gruppe innerhalb unserer Gesellschaft an und bereiten sich darauf vor, die Elite von morgen zu werden. Zudem stolpern progressive Gruppen, die in Strukturen studentischer Vertretung Politik machen, regelmäßig über den Widerspruch zwischen der Re-Produktion der eingenommenen Vertreter*innen-Rolle in einer staatlich eingesetzten Institution und eigenen emanzipatorischen Ansprüchen.

Der Brückenschlag zwischen progressiver und Studi-bezogener Politik vermittelt sich offenbar nicht selbst, nur in wenigen Städten findet bisher dauerhafte Zusammenarbeit zwischen linken hochschulpolitischen Gruppen und Gruppen jenseits der Hochschule statt. Deswegen soll es auf der Konferenz genau um diese Zusammenarbeit gehen. Denn ist linke Politik auf Grund der oben genannten Widersprüche an den Hochschulen fehl am Platz? Oder können diese Orte sein, an denen trotz aller Widersprüche politische Bildung und Politisierungsprozesse stattfinden? Im Ringen um eine progressive Praxis von Bildung und Wissenschaft werden zwar weder die Bildungselite noch der Staat abgeschafft, aber es können Anstöße gegeben und zumindest mittelfristige Erfolge erzielt werden. Studentische Strukturen lassen sich dafür nutzen, sich gemeinsam gegen den kapitalistischen Normalzustand und seinen Auswirkungen wie Leistungsdruck und Konkurrenzdenken zu wehren. Auch an den Hochschulen können wir uns Zwängen wie Anwesenheitslisten, Studiengebühren, sexistischer Hochschulwerbung und miesen Lohnarbeitsverhältnissen widersetzen. In der Zusammenarbeit mit linken Gruppen jenseits der Hochschulen ergeben sich zudem Möglichkeiten, eine größere Reichweite für emanzipatorische Inhalte zu schaffen, z. B. im Rahmen feministischer, antirassistischer und antifaschistischer Praxis.

Doch wie kann diese Zusammenarbeit – lokal wie überregional – gelingen? Wo zeigen sich gemeinsame Themen und Praxisfelder? Wie können Erfahrungen einzelner zusammengeführt werden, um gemeinsam auf breiterer Ebene handlungsfähig zu werden? Neben diesen Fragen wollen wir uns auf der Konferenz mit den genannten Widersprüchen des Versuchs einer progressiven Praxis von Bildung, Wissenschaft und Hochschulpolitik in kapitalistischen Verhältnissen auseinandersetzten. Wir wollen eine Plattform schaffen, um uns über unsere konkrete Praxis linker Politik an Hochschulen auszutauschen, uns gemeinsam zu vernetzen und zu organisieren.

Denn irgendwo muss mensch ja anfangen – warum nicht auch an der Hochschule?

Programm

Freitag, 18. September 2015, ab 15 Uhr
Ankunft/Infopunkt offen (15-17 Uhr)
Begrüßung / Orga-Infos (17 Uhr)
Abendessen (18 Uhr)
Barabend (21 Uhr)

Samstag, 19. September 2015, ab 9 Uhr
Frühstück (9 Uhr)
Workshop-Phase 1 (10 Uhr)
Mittagessen + Pause (14 Uhr)

Workshop-Phase 3 (15 Uhr)
3.1 Kryptographie und digitale Sicherheit (NM 113)
3.2 Erkennen von Urkunden-Fälschung und Betrug (NM 114)
3.3 In Our Hands: Community Accountability bei sexualisierter Gewalt (cont.) (NM 116)
3.4 Studi-Geld für Rio-Reisen und Riesen-Partys – mediale Wahrnehmung von Studierendenschaftspolitik (NM 111)

Workshop-Phase 4 (17 Uhr)
4.1Let`s organize?“ – Rückblick auf links-emanzipatorische Vernetzungsansätze an Hochschulen (NM 111)
4.2 Bundesweite Hilfskraft Vernetzung (NM 114)
4.3 Kritische Theorie an der Uni (NM 116)
4.4 ASSÉ – Studigewerkschaft aus Quebec (NM 113)
4.5 „Vertretung einer Nicht-Identität, die Organisierung unter den Vorzeichen der Negativität“ (Vertretung von Studierenden mit Behinderung / chronischer Erkrankung) (NM 117)
4.OpenSpace: Anti-Repression in der HoPo-Arbeit / Politisches Mandat (NM Foyer)

Abendessen (19 Uhr)

Sonntag, 20. September 2015, ab 9 Uhr
Frühstück (9 Uhr)
Workshop-Phase 5 (10 Uhr)
Podium 3 (12 Uhr)
Konkrete Projekte/Vernetzung/Wie weiter? 

Anmelden!

Wenn ihr bei der Konferenz-Organisation mitmachen oder euch zur Teilnahme anmelden wollt, schreibt uns an:

info@studisvertreten.de

E-mail:*
Wir kommen mit
Struktur / Hochschule:
Wir benötigen:
Details:
Tippe die Zeichen, die du hier siehst:

Auf jeden Fall dabei sind übrigens schon mal Leute von:
FU Berlin ● HU Berlin ● TU Berlin ● Uni Bremen ● TU Darmstadt ● FH Erfurt ● FH Frankfurt am Main ● Uni Frankfurt am Main ● Uni Gießen ● Uni Hannover ● Uni Marburg ● Uni Potsdam

[Facebook-Event]

Anfahrt

Das Studierendenhaus befindet sich auf dem Campus Bockenheim. Ein Lageplan kann hier heruntergeladen werden: http://www.uni-frankfurt.de/38093742/Campus_Bockenheim-pdf.pdf

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: • U-Bahn: Linien U4, U6, U7 • Straßenbahn: Linie 16 • Bus: Linien 32, 36, 50, 75, n1 • Alle bis Haltestelle „Bockenheimer Warte/Universität“ • Vom Hauptbahnhof sind es mit der U4 zwei Haltestellen bis zur Endstation „Bockenheimer Warte“.

Mit dem Auto: • Am Autobahnkreuz „Westkreuz Frankfurt“ (A5/A648) auf die A 648 Richtung Messe/Hauptbahnhof. • Die Autobahn geht in die Theodor-Heuss-Allee über. • Wenn rechter Hand das Maritim-Hotel liegt, noch vor dem Messe-Turm, links einordnen und im großen Linksbogen um die Ludwig-Erhard-Anlage und dann schräg nach rechts in die Senckenberganlage fahren. • Nach ca. 200m befindet sich zur Linken der Campus Bockenheim.

Awareness

Schön, dass Ihr da seid!

Hier möchten wir euch das Awareness Konzept vorstellen.

Manche von Euch werden sich schon mit Awareness auseinandergesetzt haben, andere lesen vielleicht zum ersten Mal davon. Wir halten es für wichtig, uns alle darüber Gedanken zu machen, weil wir mit Euch zusammen eine Konferenz gestalten wollen, auf der sich alle möglichst wohlfühlen.

Awareness ist daher nicht nur Aufgabe des Awareness-Teams, sondern aller Teilnehmenden.

Es werden hier ein Haufen einzigartiger Personen mit unterschiedlichen Leben, Erlebnissen und Vergangenheiten, die uns zu dem machen, was wir jetzt sind, aufeinandertreffen. Und dieser Verschiedenheit möchten wir gerne etwas mehr gerecht werden. Das erfordert ein Bewusst-Machen unserer eigenen Position und Offenheit für Positionen von anderen. Und genau um dieses Bewusstmachen geht es beim Awareness-Konzept, das wir Euch hier nun vorstellen.

Unter Awareness verstehen wir ein machtkritisches Bewusstsein für die eigene Position. Unsere gesellschaftliche Position wird von strukturellen Machtverhältnissen mitbestimmt. In sozialen Gefügen wirkt sich das auf die Teilnehmenden aus. Menschen, die gesellschaftlich privilegiert sind, haben es häufig(!) leichter; andere, die öfter Diskriminierung erleben, haben es häufig(!) schwerer. Die unterschiedliche Positioniertheit muss sichtbar gemacht werden, wenn eine Veranstaltung möglichst angenehm für alle Beteiligten ablaufen soll. Awareness versucht, das Bewusstsein für Ungleichheiten zu schaffen/zu schärfen und produktiv mit diesen umzugehen. Awareness-Arbeit hat also das Ziel, mit allen Beteiligten diskriminierungsfreie(re) soziale Räume herzustellen.

Im Falle dieser Veranstaltung wollen wir unter anderem

  • es den Anwesenden erleichtern, sich in großen Gruppen zu äußern. Dabei liegt unser Augenmerk auf denjenigen, die sich nicht von einer Position aus äußern, die in unserer Gesellschaft eh meistens/immer wahrgenommen wird.
  • es den Teilnehmer_innen erleichtern, die laufende Veranstaltung zu reflektieren, Kritik an ihr, an Gruppendynamiken oder Einzelpersonen zu äußern (und nach Wunsch dabei anonym zu bleiben).
  • Wissen bereitstellen, auf das Teilnehmer_innen zurückgreifen konnten, um sich in Ruhe mit Themen auseinanderzusetzen, die vielleicht für sie noch neu waren. Dadurch sollten diejenigen entlastet werden, die dieses (meist marginalisierte) Wissen sonst hätten erklären müssen. Gleichzeitig sollte eine Atmosphäre geschaffen werden, in der selbständiges Lernen möglich und erwünscht ist.
  • ein respektvolles Ansprechen aller Anwesenden unterstützen, das Selbstverortungen, selbst gewählte Namen und als passend empfundene Pronomen berücksichtigt und klar über Fremdzuschreibungen stell

angelehnt an das Awarenesskonzept des Gender-Camps

Bonus-Optionen

Also Durchführende einer Veranstaltung mit emanzipatorischer Ausrichtung bemühen wir uns natürlich, unsere Ansprüche an einen besseren Umgang miteinander auch Praxis werden zu lassen. Die folgenden Organotzien weisen alle in diese Richtung.

Übersetzung

Übersetzung

Leider haben wir es nicht mehr geschafft unsere Homepage wenigstens ansatzweise zu übersetzen. Dafür müssen wir uns Entschuldigen. Auf der Konferenz selbst allerdings wird uns eine Simultan-Dolmetsch-Anlage zur Verfügung stehen. Selbst wenn wir es nicht mehr schaffen werden für diese auch die entsprechend geschulten Expert_Innen zu verpflichten (also Menschen mit Erfahrung im Simutandolmetschen) denken wir, dass alleine die hier eingesetzte Technik den sonst üblichen Konferenzmethoden (Flüsterübersetzung, serielle Übersetzung) weit überlegen ist und außerdem ungeahnte Möglichkeiten für den spontanen Barriereabbau bereithält. Wir hoffen, dass viele Menschen die Anlage im Laufe des Wochenendes benutzen werden und würden uns freuen, wenn sich Menschen mit Übersetzungserfahrung sich im Vorfeld oder am Infopoint bei uns melden würden.

Raum für Ideen

Raum für Ideen

Natürlich haben wir für Programm gesorgt und natürlich hat das auch einiges an Zeit in Anspruch genommen. Das heißt aber nicht, dass ihr nicht auch eigene Ideen mitbringen könnt oder sollt. Wir haben durchgehend mehr Räume gebucht als für den Kongress „an sich“ benötigt würden und im von uns gewählten Seminargebäude ist wirklich reichlich Platz. Wir freuen uns auf eure Ideen, mitgebrachte Publikationen, Transpis zum Aufhängen

Anmelden?!  Anmelden bitte ;-)

Anmelden?! Anmelden bitte ;-)

Wenn mensch über einen langen Zeitraum ein einem bestimmten Projekt arbeitet ist es aufgrund einer bestimmten Betriebsblindheit oft ziemlich schwierig einzuschätzen, wer sich eigentlich sonst noch für diese Arbeit interessiert. Dieses eher emotionale und einige banalere, organisatorische Probleme lassen sich wirklich vereinfachen, wenn ihr zumindest über eine „wirkliche, formelle Anmeldung“ nachdenkt. Auch über Rückmelungen in Form von Mails etc. freuen wir uns. Wir beantworten Fragen, stellen euch bei Bedarf allergenfreies Essen und bestellen – je präziser eure Angaben – mehr oder weniger zu essen bei der Vokü. Natürlich würden wir am Ende der Veranstaltung gerne so wenig wie möglich weggeworfen haben.

Kein Geld zu haben soll kein Grund sein.

Kein Geld zu haben soll kein Grund sein.

Nicht alle von uns haben privat genügend Geld um z.B. die Anreise zu solchen Kongressen privat zu finanzieren vor allem für Gruppen kommen hier schnell Kosten zusammen.

Und nicht alle von uns haben Strukturen im Hintergrund, die helfen können, die Anreise zu bezahlen.

Wir wissen das und bemühen uns nach Kräften Geld als einen Grund dem Kongress fern zu bleiben auszuschließen. Bisher passiert das vor allem auf zwei Arten: Zum einen mit der Wahl des Veranstalungsortes: Relativ zentral und für alle fast gleich gut bzw. schlecht zu erreichen. Zum anderen übernehmen wir für Menschen, die die Anreisekosten nicht selbst aufbringen können eben dieses Kosten – komplett nach Möglichkeit (soweit unsere Mittel reichen) aber sicherlich zu einem relevanten Teil. Hhebt Reisetickets und Quittungen auf bzw. besorgt euch welche; wir sehen uns am Info-Point.

Reise-Lektüre

Der Weg durch Raum und Zeit bis zum Wochenende in Frankfurt mag lang und beschwerlich sein. Damit ihr bis dahin was Schönes zum Lesen habt, empfehlen wir folgende Reader und Texte.

Emanzipatorische Politik an Hochschulen hat in den vergangenen Jahren kaum Erfolge feiern können, dafür aber um so mehr Niederlagen einstecken müssen.

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Drucksache der Vernetzenden Organisierung (2008-2010)

Drucksache der Vernetzenden Organisierung (2008-2010)

Gemeinsames Anliegen war es, eine kritische Auseinandersetzung über Hochschule und Gesellschaft zu initiieren, die im hektischen Treiben der Aktionen, Vollversammlungen und Demonstrationen zu kurz gekommen ist.

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hibiskus (1997)

hibiskus (1997)

Ya Basta – wir habe es satt, dass freie Bildung und kritische Wissenschaft weiterhin Utopien bleiben!

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YaBasta!-Reader (2005)

YaBasta!-Reader (2005)